Systemwiederherstellung

Kann die Zeit bei WindowsXP wieder zurückgestellt werden?

In der Theorie ist so etwas nicht möglich, praktisch schon. Wenn es im Leben doch auch so einfach wäre, die Zeit einfach mal zurückzudrehen.

Hier hat sich Mstr. MS mal sich etwas sehr Gutes einfallen lassen. Bedingung ist  allerdings, dass unsere Festplatte groß genug ist und wir haben richtig konfiguriert. Dieses müssen wir als erstes und vor allem dann tun, falls wir mehrere Partitionen oder Festplatten besitzen.

   1. Zu was benötigen wir nun diese praktische Systemwiederherstellung? Die Entwickler dachten dabei zuerst an sich selbst. WindowsXP ist nämlich in der Lage, sich selbst, so wie einst der Lügenbaron Münchhausen es tat, aus einer Crashsituation wieder  herauszuziehen. Ist unser PC also in eine total aussichtslose Katastrophe gelangt und es gelingt es nicht mehr ihn zum Leben zu erwecken, können wir die Systemwiederherstellung versuchen. Wir drücken während des Startes von WindowsXP (der Laufwerkcheck des BIOS wurde gerade beendet und sein Bildschirm geschlossen) die Taste [Entf] .

   2. Jetzt gelangen wir in das (Not)Startmenü des Betriebssystems und wählen einen geeigneten Punkt. Wer noch nicht  dort gewesen ist, sollte sich wirklich ganz bewußt dieses Menü mal ansehen. Nur wer weiß, welche Möglichkeiten geboten werden, kann sie auch im ERnstfall im vollen Umfang nutzen. Im Voraus, ein Allheilmittel ist es auch nicht, aber der Versuch ist es wert. Unter Umständen haben wir Datenverlust zu beklagen. Das ist aber immer noch besser, als die Festplatte C: neu zu formatieren. Auch sollte man darüber nachdenken, ob es nicht besser ist, WindowsXP mit Hilfe der Installations-CD zu reparieren  (überzustülpen). Dort könnte der Datenverlust geringer sein. Es muß also von Fall zu Fall entschieden werden. Mir persönlich hat die Variante der Systemwiederherstellung oft geholfen. Vor allem dann, wenn ich einen neuen Tweaker oder ein Müllbeseitigungstool in Eurem Interesse getestet habe.

   3. Um erfolgreich zu sein, müssen wir erst einmal konfigurieren. BG hat auch hier den Schweiß vor den Erfolg gestellt. Begeben wir uns wieder auf einen sehr  langen Weg:
Start\Hilfe- und Support\Computeränderungen mit der Systemwiederherstellung usw.\
Diese Seite lesen wir uns genau durch. Wichtig ist auch zu wissen was dort nicht steht:

Jede Neuinstallation eines Programmes und jede Löschung eines Programmes nach dem gewählten Wiederherstellungspunkt wird rückgängig gemacht!!!

      Es kann also zweifellos der Fall eintreten, daß auf einmal mühsam eingerichtete Programme verschwinden und andere, die Ihr schon lange vergessen habt, wieder auftauchen. So ist nun mal das Leben mit einer Bayernuhr.

   4. Um nun die Risiken so gering wie möglich zu halten klicken wir erst einmal auf:      Systemswiederherstellungseinstellungen.
Was für ein gewaltiges Wort. Wir gelangen auf die Seite Systemeigenschaften, Reiter Systemwiederherstellung, die alle schon mal gesehen haben, aber nichts Richtiges damit anzufangen wußten. Sollte die Frage nach der Deaktivierung ein Häkchen besitzen, entfernen wir es sofort. Wurde unsere Festplatte partitioniert (was bei großen Festplatten wirklich auch geschehen sollte) finden wir in der Tabelle alle Laufwerke aufgeführt. Wir markieren Laufwerk C:\ , klicken auf [Einstellungen]. Gönnen wir unserem Compi etwas und stellen dort  den Maximalwert von 12% ein. Seit nicht knauserig. Euer Schade ist es nicht, wenn XP in diesem Fall so viel Daten wie möglich speichern kann.

   5. Habt ihr weitere Festplatten oder Partitionen dann macht Ihr es dort ähnlich. Ein Unterschied zur C: besteht allerdings, hier habt Ihr die Wahl, ob überhaupt überwacht werden soll. Wenn Ihr Euren PC so eingerichtet habt, wie ich es in einem anderen Beitrag vorschlug, dann könnt Ihr die Überwachung der  innerste Partition (E:) abschalten. Das hat den Vorteil, daß diese von der Wiederherstellung ausgeschlossen wird. Dort lagernde ausführbare Dateien werden dann im Ernstfall weder gelöscht noch wieder hervor geholt. Sie stehen weiterhin als Setup- oder Installdateien verlustlos zur Verfügung. Das ist schon eine Überlegung wert. Dieser innerste, langsamste Teil der Festplatte wird selbst von Windows nur ganz selten genutzt. Die Konfiguration schließen wir mit einem Neustart von Windows ab.

   6. Als nächstes überlegen wir uns, ob unser System in den letzten Tagen (trotz des vielen “tweakens”) stabil gelaufen ist. Ist dies nicht der Fall, sollten wir alles daran setzen Windows zur Stabilität zu überreden. Es hat überhaupt keinen Sinn, wenn Ihr ein instabiles System sichert. Wenn es instabil sein sollte, dann ist es besser die Festplatte neu zu partitionieren und zu formatieren. Trotz der vielen Arbeit liegt der Vorteil auf der Hand. Ein  gesichertes, instabiles System wird immer wieder hergestellt werden und immer wieder werdet Ihr die gleichen Probleme haben.

   7. Ist das System also stabil, geht Ihr wieder den Weg:
Start\Hilfe- und Support\Computeränderungen mit der Systemwiederherstellung usw.\
markiert den Radiobutton: “Einen Wiederherstellungspunkt erstellen” und klickt auf [Weiter]. Jetzt werdet Ihr zur Namengebung aufgefordert. Er sollte schon markant sein und von Euch wieder erkannt werden. Etwa so: “Letztes Lebenszeichen”.
Bedenkt: Es gibt immer mehr Programme, welche bei ihrer Installation einen solchen Punkt einrichten. Nicht immer ist ausgerechnet dieser von Euch erwünscht. Mit dem Namen ist das fast so wie mit einem Paßwort.

   8. Name vergeben? Dann auf [Weiter] klicken. Je nach dem wie groß der Inhalt Eurer Festplatte und wie schnell diese ist, so lange wird die Erstellung des Punktes dauern. Alles, was jetzt XP für relevant betrachtet, wird in einem Archiv auf der jeweiligen HD komprimiert und gespeichert.
      
   9. Haben wir ein stabiles System gesichert, klicken wir mit rechts im Ordner “Arbeitsplatz” auf die C: und danach auf Eigenschaften und dort auf [Bereinigen]. Wir  verhalten uns so, wie ich es im Beitrag “Jeder sagt: Ich solle defragmentieren...” beschrieben habe. Jetzt haben wir maximalen Platz auf der HD zur Verfügung. Sollten noch mehr Festplatten vorhanden sein, wiederholen wir dieses erste Mal diesen Vorgang auf jeder HD.

Wann sollten wir nun einen neuen Wiederherstellungspunkt einrichten? Immer dann, wenn wir eine riskante Installation einer unbekannten Anwendung vornehmen wollen. Das betrifft insbesondere sogenannte  Systemtools aber auch Spiele oder vermutlich ins System eingreifende Anwendungen. Was dabei passieren kann, könnt Ihr beim durchlesen anderer Beiträge erahnen oder Ihr habt schon eigene Erfahrungen gesammelt. Nicht jedes auf den ersten Blick seriös erscheinende Programm ist auch ein solches. Da habe ich zum Beispiel Mitte 2003 das Packertool “ZipGenius 5 Suite” von www.ZipGenius.it getestet. Jedesmal zum Betriebsende, hat es mir große Teile der Festplatte gelöscht. Das Teil war nur noch mit Hardware-Reset zu stoppen.

Wenn ich dort die Wiederherstellung nicht gehabt hätte, wären große Teile meiner HD nicht mehr zu retten gewesen. So kam ich 4 mal mit einem gewaltigen Schreck davon, bis ich beim fünften Mal den Fehler lokalisieren konnte. Matteo Riso hat dann bis in den frühen Morgen an einer Korrektur gearbeitet und mir zugeschickt. Jetzt ist das Tool in Butter und ausgesprochene Spitzenklasse. WinZip und RAR kann sich einbuddeln lassen.

Ist also der Fall eingetreten, das die Systemwiederherstellung von Euch gebraucht wird, dann gibt es drei Wege.

   1. Der PC funktioniert noch, aber Ihr vermutet das wesentliche Einstellungen in der Registry völlig “verbogen ” sind und sich in den Systemverzeichnissen Müll abgelagert hat. Hier gehen wir über Start\Hilfe und Support zur Systemwiederherstellung. Dort ist alles richtig voreingestellt und wir klicken auf [Weiter]. Jetzt erscheint ein  Kalender. Tage, für die ein Wiederherstellungspunkt besteht, sind fett geschrieben. Beim Klick auf solche Tage können wir manchmal lesen, welches Programm zu welchem Anlaß einen Punkt erstellt hat. Manchmal können wir aber nur Müll erkennen. Programmierer, welche so etwas produzieren, können es auch sein lassen. Jetzt entscheiden wir uns für einen Punkt, klicken auf [Weiter], bestätigen ein paar Warnungen und lassen dann dem Schicksal seinen Lauf. Ein paar Minuten später haben wir den  PC fast in einem Zustand wieder, als wäre nichts geschehen. Nur ein paar Programmverzeichnisse wären dann noch zu löschen.

   2. Der PC läßt sich nicht mehr starten. Jetzt drücken wir wie schon Eingangs erwähnt, während des Systemstartes auf die [Entf]-Taste. Haben wir zum richtigen Zeit gedrückt meldet sich das Menü. Mit den Kursortasten wählen wir einen Menüpunkt. Auch hier gelangen wir zu einem Kalender und können einen Punkt wählen. Das  weitere Vorgehen ist dem von Punkt 1 sehr ähnlich.

   3. Manchmal geschehen auch noch Dinge mit unserem PC, bei denen selbst die Systemherstellung kapituliert. In solchem Fall hilft dann nur noch eine Vollinstallation von Windows. Manchmal auch nur nach einer vorherigen Formatierung der Partition.
Dann können wir uns nur noch bedanken, bei wem eigentlich?

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