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Schwindsucht in der Gemeindekasse

Ihr wisst doch wo Nenzingen liegt. Waaas? Nicht doch dort, Du Ferkel. Nenzingen liegt an einer Bundesstraße und wir besitzen sogar einen Anschluß zur Autobahn. Unser Dorf hat auch internationale Bedeutung, denn die Mittelthurgaubahn hält mit ca. 20 Zugpaaren täglich regelmäßig auf unserem Bahnhof. Warum nicht die Bundesbahn? Na ja, die Bundesbahn kann doch nicht an jeder Milchkanne Halt machen, sagte der Landesverkehrsminister.

Selbstverständlich leidet unsere Gemeindekasse, genau so wie jede andere auch, an Geldmangel. So wie einst die Stadtkasse Köpenik. Also muß gespart werden. Sparen ist wohl nicht der rechte Ausdruck dafür. Da hat allen Ernstes der hochwohllöbliche Dorfältestenrat beschlossen, das bei uns in der Gemeinde abends jede zweite Lampe der Sraßenbeleuchtung schon um 22.00 Uhr und nicht wie bisher 00.30 Uhr abgeschaltet wird. Nun wird seit Sommer 2003 ein Unternehmen gesucht, das entweder in jeder zweiten Lampe eine zusätzliche Schaltuhr einbaut oder ein zweites Kabel von einer Lampe zur Übernächsten zieht.

Nein, Orsingen-Nenzingen ist nicht die Partnergemeinde des brandenburgischen Schilda.
Und fragt nicht nach den zu erwartenden Kosten.

 

Es kommt aber noch besser. Unsere Doppelgemeinde hat auch zwei Grundschulen, also erste bis vierte Klasse. An diesen Schulen gibt es auch so etwas wie einen Schulhort. Gelernte Ossis wissen was das ist. Betreut wird vor und nach dem Unterricht jeweils eine Stunde. Nun hat unsere Gemeinde kein Geld mehr, diese erweiterte Grundschule zu stützen. Also wird der Betrag für die Betreuung der Kinder angehoben. Nicht etwa um 10 oder 20%. Nein, die Muttis müssen, wenn sie arbeiten gehen wollen, gleich 100% mehr berappen. Ganztags arbeiten ist sowieso nicht drin.

Nun überlegen einige Alleinerziehende, ob sie ihr Kind aus der Betreuung nehmen und dann auf’s Sozialamt gehen. Nenzinger Bürger: Bitte schafft Euch keine Kinder mehr an, dann kann sich das Projekt wie von selbst erledigen.

 

Jetzt wird sich natürlich jeder fragen, zu was das eingetriebene Geld benötigt wird. Ich hab es im Sommer 2002 sehr deutlich gesehen. In dem zur Gemeinde gehörende Wald gibt es, so wie in jedem anderen Wald auch, forstwirtschaftliche Wege. Auf diesen Wegen wuchert Gras und manchmal auch die Brombeeren. Regelrechte und ausgeschilderte Wanderwege sind das nicht. Es wird lediglich der Lack an den forstwirtschaftlichen Geräten und Fahrzeugen etwas zerkratzt, falls die mal....

Jedoch, in einer ordnungsliebenden Gemeinde kann das Gras und die Brombeeren auf den Waldwegen nicht geduldet werden und darum wird ein Bankettrasenmäher in den Wald geschickt, um die Wege vom Wildwuchs zu befreien.

Wer spricht da von Naturschutz? Buuhhh, das kann doch nur ein Grüner sein!

Nachtrag vom 04.10.2005:
Dies ist kein Ausrutscher, nachdem ein paar Jahre vergangen sind, wurden im diesjährigen August wiederum ein Bankettrasenmäher in den Busch geschickt und von Steuergeldern bezahlt.

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