Kindheitserinnerungen

oder

Hin und wieder sollte man den Erzählungen und Warnungen der Zeitzeugen Beachtung schenken

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Immer dann, wenn meine Kinder mich nach meinen ersten Kindheitserinnerungen fragen, werde ich ganz still und beginne nachzudenken.  Sprechen kann ich darüber kaum und auch diese Zeilen, bei denen ich niemand in die Augen blicken muß, fallen mir sehr schwer. Welches ist also die älteste Erinnerung meiner Kindheit?

Das erste, an was ich mich erinnern kann, ist unauslöschlich geblieben. Es war ein großer Bumm und wenn ich die Augen schließe sehe ich den Putz von einer Kellerdecke rieseln und ich sehe Menschen mit Kochtöpfen auf dem Köpfen an den Wänden sitzen, die vor Schreck laut schrien und  weinten.

Was war geschehen? Es war der 16. Januar 1945 und die angloamerikanischen Bombergeschwader flogen ihren ersten großen Angriff auf Dresden. Eine der aus 7300 m Höhe abgeworfenen Bomben fiel in die Toreinfahrt der sich uns gegenüber befindlichen Gärtnerei Schubert auf der Herwegstraße 2. Die Bombe hatte dort ein Loch von ca. 2,5 m Durchmesser und etwa.1 m Tiefe gerissen. Alle umliegenden Häuser hatten bis Mitte der 70iger Jahre Splitterschäden aufzuweisen  und wurden dann erst saniert oder abgerissen. An unserem Haus, Herwegstraße 5, war zusätzlich ein großer Teil des Daches zerstört. Damit fehlten unserer Mansardenwohnung im Wohnzimmer auch die Außenwände. Diese Löcher wurden am folgenden Tag von meiner Mutter, meinem älteren Bruder und seinen Freunden mit Pappe vernagelt. Mein Vater befand sich zu diesem Zeitpunkt schon in amerikanischer Kriegsgefangenschaft.

Aus heutiger Sicht muß eindeutig beurteilt werden: Der  Zielschütze im Bomber wußte sehr genau wo und zu welchem Zeitpunkt er die Bombe ausklinkt. Eine Sekunde früher oder später wäre diese 100 kg schwere Bombe in dicht besiedeltes Gebiet eingeschlagen und hätte wesentlich größere Schäden verursacht und Zivilisten getötet. An dieser Stelle bedanke ich mich bei der unbekannten Besatzung und dem unbekannten Zielschützen, die weit ab vom Zentrum der Stadt ihre tödliche Last warfen. Es gab also auch Menschen in den Flugzeugen, die versuchten das Beste  aus ihrem wahnsinnigen und teuflischen Job zu machen.

Und meine zweite Erinnerung? Auch diese ist unauslöschlich haften geblieben: Ich stehe mit meiner Mutter auf dem Dachboden unseres Hauses mit dem zerstörten Dach, von welchem wir über ganz Dresden bis zu den Felsen der Sächsischen Schweiz blicken konnten und sahen ein riesiges Feuermeer über der Stadt und wir sahen, wie die Frauenkirche im Zentrum der Stadt in sich zusammen fiel. Einfach so, nur eben mit viel  Feuer und viel Qualm und den hysterischen Kommentaren der Bewohner unseres Hauses. Es war der Vormittag des 14. Februar 1945 zwischen zwei Angriffen.

Jeder von uns Älteren weiß es, Fragen der Kinder, auch wenn sie schon den Kinderschuhen entwachsen sind, können nervend sein. Also versuchte ich mich im Internet über meine Kindheitserinnerungen hinaus kundig zu machen. Was da heraus kommt, ist fast so grauenvoll wie meine ersten Erinnerungen. Selbstverständlich habe  ich Bilder und abgebildete Dokumente erwartet, von denen ich keinerlei Ahnung hatte. Aber was ich nun zu lesen und zu sehen bekam, übersteigt alles das, mit dem ich inmitten der Ruinen aufgewachsen bin.

Wir werden in den Suchmaschinen schnell und umfassend mit der Eingabe "Dresden 13. Februar 1945" findig. Alle politischen Schattierungen, angefangen von Dunkelrot über Grün und Schwarz bis hin zum Dunkelbraun melden sich da auf dem Rücken der  leidgeprüften Dresdener zu Wort. Zu allem Überdruß auch noch selbst ernannte Historiker im Dienst dieser politischen Richtungen, die Dresden unmittelbar nach dem Krieg niemals zu Gesicht bekamen und noch viel weniger sich in diesen Tagen dort aufhielten. Für jeden Nicht-Dresdner soll der Eindruck einer Über- oder Unterbewertung dieser von Menschen gemachten Katastrophe erweckt werden. Da werden noch lebender Zeitzeugen verunglimpft und in den Schmutz gezogen. Erlebnisberichte Überlebender  gehen im Sumpf der Politik aller Farben unter und sind sehr dünn gesät. Nur auf selbständigen Webseiten veröffentlichte Erlebnisberichte, besitzen einen seriösen Charakter es wird vom eigenem Erleben berichtet. Darum diese Page und sie ist mit meinen Erinnerungen mein persönliches Eigentum.

Ausgerechnet auf der norwegischen Homepage "Deutsche Zeitung", deren Herausgeber Anna Duus und Bernhard Dörries aus Bergen sind, werden wir Deutsche allen Ernstes und  mit Recht gefragt: "Warum versteckt Ihr Dresdener Euere Toten?" Sie gehen dabei von den angeblichen Nachforschungen irgendwelcher Historiker aus und bezweifeln deren Aussage. Haben wir, die in diesen Zeiten lebten, solche Fragen aus dem Ausland notwendig? In ihren jüngsten "Forschungsergebnissen" haben sich die Historiker auf ca. 23.000 Toten geeinigt und bezichtigen selbst den damaligen Sprecher des Polizeipräsidenten von Dresden, welcher von 40.000 der örtlichen Presse  und Himmler berichtete, der Lüge. Diese Zahl entspricht jedoch den ersten authentischen Eindrücken und amtlichen Schätzungen.

Andere unseriöse Quellen sprechen aber auch von bis zu 230.000 Toten. Dies erscheint mir und allen anderen Dresdnern doch etwas sehr überzogen und eine solche Argumentation dient eigentlich nur noch dunkelrot und dunkelbraun. Begründet wird das damit, daß die unmittelbar im Angriff verbrannten Menschen nicht gezählt werden können. Damit  hätten sich die meisten Menschen während der Angriffe außerhalb der Schutzräume aufgehalten. Sie befanden sich jedoch zu 95% in den Luftschutzräumen. Keiner der zufällig sich in Dresden befindlichen Zeugen hat jemals über mangelnde diesbezügliche Solidarität geklagt. Die meisten Menschen haben in den LSR den Tod durch Ersticken erlitten. Der Grund waren die vielen Phosphorbomben. Ihre Leichen wurden in den folgenden Tagen und Wochen aus den Kellern geborgen. Phosphorbomben waren auch eine  Erfindung der Amerikaner. Diese Bomben hatten im Kampf mit Bodentruppen keine wesentliche Bedeutung oder Wirkung.

Woraus resultieren nun die unterschiedlichen Zahlen. Sicher ist, das auf den Friedhöfen Dresdens nur ca. 23.000 Gräber mit dem 13. und 14. Februar in Bezug gebracht werden können. Selbst unter Einbeziehung der Massengräber auf dem Heidefriedhof im Norden Dresdens. Aber in Dresden herrschte trotz der Kälte akute Seuchengefahr und die gesamte  Infrastruktur war zerstört. Eine Identifizierung der Toten war schon aus Zeitgründen nicht möglich. Es gab zu diesem Zeitpunkt im Zentrum von Dresden kaum noch mit LKW befahrbare Verkehrswege. So wurden auf allen, nur halbwegs freien Plätzen, Roste aus Schienen und Eisenträgern aufgestellt und die Körper der Toten auf diese gestapelt. War ein weiteres stapeln nicht mehr möglich, wurden brennbare Flüssigkeiten darüber geschüttet und angezündet. Niemand hat die Anzahl der auf solche Art und  Weise verbrannten Toten gezählt. Es mußte zum Schutz der Gesundheit der Überlebenden alles sehr schnell gehen und kann damals wie heute nur geschätzt werden. Zeugen berichten übereinstimmend: Diese Art Verbrennung hat bis in die zweite Märzwoche auf dem Altmarkt angehalten.

Zusätzlich zu den vielen Toten im Zentrum der Stadt wurden insbesondere durch die Piloten der Jagdmaschinen vom Typ Mustang und Mosquito auf den Elbwiesen, unter Brückenbögen, der Bürgerwiese  und dem Großen Garten am Vormittag des 14.02.45 Jagd auf Menschen gemacht. Alles was nur halbwegs als ein bewegtes Ziel von den Piloten oder Bordschützen ausgemacht wurde, kam ins gnadenlose Feuer ihrer Geschütze und Maschinengewehre. Dies wird von den heutigen "Historikern" gern bestritten, denn die meisten der geschädigten Bäume, die das heute beweisen könnten, wurden schon in den Jahren nach dem Krieg gefällt und ersetzt. Wer jedoch besonders in der laublosen Jahreszeit mit  offenen Augen durch den Großen Garten geht, kann noch hin und wieder eindeutige Zeichen (uralte Bäume mit gekappten Kronen) für dieses Vorgehen der Piloten erkennen. Oder sollte das restlos zerstörte Palais in diesem Park etwa strategische Bedeutung gehabt haben. Dann doch eher das 400 m entfernte Gauamt. Das blieb aber weitestgehend unbeschädigt.

Größere Ansammlungen von schutzsuchenden Menschen, zum Beispiel unter den Brücken, wurden mit einer der teuflischsten  aller amerikanischen Erfindungen des 2. Weltkrieges, den Luftminen, "bekämpft". Luftminen bestanden hauptsächlich nur aus einem speziellen Sprengstoff und erzeugten eine bis dahin unbekannte Druckwelle, die die Lungen aller sich im Radius von 30-40 m befindlichen Menschen zerfetzte. Wer es nicht glaubt, sollte mal in der Umgebung des Bahnhof Mitte (ehemals Wettiner Bahnhof) die Brückenbögen der Bahnlinie betrachten. Übertroffen wurden dies im zweiten Weltkrieg nur noch von den  grausamsten aller Waffen, den Atombomben auf Nakasaki und Hiroshima.

Selbst das Krankenhaus in Johannstadt wurde Ziel ihrer gnadenlosen Angriffe am Vormittag des 14. Februar und fast völlig zerstört. Zeugen berichten übereinstimmend, das sich viele Überlebende der vorangegangenen Nachtangriffe gerade dorthin geflüchtet hatten, weil alle diese Gebäude mit einem roten Kreuz auf weißen Grund auf den Dächern markiert waren, die während der Tagangriffe aus jeder  Flughöhe weithin sichtbar waren. Noch heute sind die Narben um das Krankenhaus herum deutlich zu erkennen. Meine auf der Hertelstraße (in 200 m Entfernung) wohnende Großmutter starb unter den Trümmern und mein Großvater konnte sich zu meiner Tante in das einzige auf der Franklin-/ Ecke Reichenbacher Str. zumindest in den unteren Etagen bewohnbare Haus retten und erlag dort seinen schweren Verletzungen.

Was mag nur in den Köpfen dieser Piloten vor sich gegangen  sein. Ob sie es freiwillig getan haben? Befehle erhalten und Befehle ausführen sind zwei grundverschiedene Dinge (siehe oben). Keiner der Piloten oder Verantwortlichen hat bisher dazu öffentlich Stellung genommen. Es gibt Aufzeichnungen, Tagebücher und ähnliche Dokumente des "fliegenden Personals", die solche Gedanken aufkommen lassen. Bomber-Harris, dem Befehlshaber dieses Einsatzes wurde in Anerkennung seiner Verdienste bei der Bombardierung der Zivilbevölkerung ein Denkmal  gesetzt. Die einzige Gedenktafel für die Toten des 13./14. Februar 45 in unmittelbarer Nähe des Dresdener Rathauses wurde zum Anlaß des Besuches der englischen Königin entfernt und die vor dem Rathaus aufgestellte Trümmerfrau war nach der Wende jahrelang ewiger Zankapfel zwischen den Dresdner Bürgern, dem Rat der Stadt und der schwarzen Landesregierung. Dieses Denkmal erinnert an die Verdienste der Frauen in den ersten Jahren des Wiederaufbaus der Dresdener Innenstadt. Selbst die Ruine der  Frauenkirche, das 50jährige Synonym für diese sinnlosen Zerstörung und dieses teuflischen Mordens wird uns in einigen Jahren kaum noch erinnern können.

In diesem Zusammenhang erhebt sich die Frage: Warum wurde dieser Angriff nicht auf die Industrie- und Kasernengelände im Dresdener Norden, auf die Flugplätze auf dem Heller und in Klotzsche, dem sich damals im Bau befindlichen Flugplatz in Dresden-Nickern, die Rüstungszulieferer entlang der Bahnlinie zwischen Reick  und Heidenau, die Flackstellungen auf der Südhöhe und Ockerwitz oder zur Unterstützung der Sowjetischen Truppen auf den Seelower Höhen vor Berlin gemacht. Die Konferenz von Jalta war ja erst zwei Tage vorher beendet worden. Beschlüsse zur maßlosen Bombardierung der Dresdener Innenstadt wurden meines Wissens dort nicht gemacht. In Dresden selbst befanden sich nur Einheiten der Polizei, der Feuerwehr und des Luftschutzes. Viele dieser Dresdener Ziele wurden erst in Verwirklichung des Potsdamer  Abkommens von der Roten Armee gesprengt, zerstört oder selbst genutzt.

Der Besucher dieser Page mag mir verzeihen, wenn ich diesen meinen Erinnerungen kein Bildmaterial beigefügt habe. Diese Bilder sind grauenvoll und erinnern mich viel zu sehr an meine nicht besonders schöne Kindheit. Statt dessen füge ich einige weiterführende seriöse Quellenangaben bei:

Statt vieler Bilder ein Zeitungsausschnitt aus der Sächsischen Zeitung des Jahres 2000. Diese den "Historikern" und den Lehrbüchern widersprechenden Zeugenaussagen bestätigen meine Ausführungen

Man möge den Autoren verzeihen, sie sind ebensowenig wie ich ausgebildete Germanisten und haben meist nur die Volks- oder Grundschule während des Krieges besucht. Eine Bemerkung noch zum oben abgebildeten Flugzeugtyp Mosquito. Das Kampfflugzeug konnte einzelne, schwere Bomben  tragen und war speziell für den Tiefflug und den Erdkampf konstruiert und ausgerüstet.

Noch ist es möglich, das von Zeitzeugen Widerspruch erhoben wird. Wie lange noch? Betrachtet man offizielle Lehrmittel und Geschichtsbücher, so wird die Negierung und damit die Fälschung dieser wichtigen deutschen Geschichtsperiode offensichtlich. In dieser Periode und den ersten Jahren des Wiederaufbaus hat die moderne deutsche Nation ihre Wurzeln. Wenn man am 23. Januar 2003,  im Weisen Haus und im Pentagon angesichts der außerordentlichen Kriegsgefahr im Nahen Osten vom Widerstand des "Alten Europa" sprach, so ist es insbesondere diese Erfahrung und das Verlangen der Deutschen und Franzosen niemals wieder einen Krieg vom Boden Mitteleuropas ausgehen zu lassen und alles Erdenkliche zu tun, den Frieden in der Welt zu schützen.

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