Festplatte mit Bordmitteln pflegen

Jeder sagt: Ich solle defragmentieren, leider kann ich das Tool nicht finden

Es ist fast schon bösartig, was B.G. sich dabei gedacht hat. Bei keinem anderen BS habe ich bisher ähnliches erlebt. Schließlich ist es eines der wichtigsten Tools überhaupt. Ihr findet es im Arbeitsplatz mit  einem Rechtsklick auf die jeweilige Festplatte - Eigenschaften . Im Reiter [Allgemein] sehen wir die Festplatte als Tortengrafik.

In der obersten Zeile können wir der aktuellen Partition so ganz nebenbei einen neuen aussagekräftigen Namen geben. In den seltensten Fällen sind wir mit dem vom Betriebssystem vergebenen Namen einverstanden. “Windows Müllhalde” kann man wesentlich besser aussprechen.

Rechts neben der Grafik klicken wir erst einmal auf den Button [Bereinigen].  Der eingeleitete Scanvorgang dauert einige Sekunden bis Minuten. Abschließend wird in einem kleinen Optionsfeld angezeigt, was für Müll dieses Tool gefunden hat. Bedenkenlos können wir alles zum Löschen mit einem Häkchen bestätigen.

Nun werden uns auf der Reiterseite “Weitere Optionen” ein paar Fragen gestellt. Wir klicken zuerst auf Windowskomponente - Bereinigen.... Hier können die meisten von Euch mit ehrlichen Gewissen den MSN-Explorer und oft auch Outlook-Express deinstallieren. Auch Fax- und Netzwerkdienste werden in den seltensten Fällen im HomePC benötigt. Nur Dienste oder Tools mit Häkchen bleiben bestehen. Übrigens kann später von dieser Stelle aus und bei Bedarf alles wieder installiert werden.

Nachdem auf Weiter gedrückt und deinstalliert wurde, müßt Ihr ein wenig überlegen: Lief XP in den letzten 14 Tagen fehlerlos, aber eben nur  langsamer, klicken wir mal auf Systemwiederherstellung - Bereinigen.... Nun wird gefragt, ob wir alle Systemwiederherstellungspunkte, bis auf den Letzten löschen wollen. Das kann in diesem Fall mit “Ja” beantwortet werden. Unter Umständen erhaltet Ihr einige hundert MByte bis zu einigen GByte Platz. Diese Entscheidung kann nur hier getroffen werden. Kein fremdes Tool nimt dies Windows ab. Im Gegenteil, oft wird bei Installationen noch ein zusätzlicher Wiederherstellungspunkt  angelegt.

Nun klicken wir wieder auf die Reiterseite “Datenträger bereinigen” . Wir überzeugen uns, ob nicht ausversehen die Option “Laufwerk komprimieren... usw.” ein Häkchen erhalten hat. Dieser Eintrag würde unser XP zur absoluten Schnecke machen. Der Nutzen hält sich bei den heutigen HD’s in Grenzen. Dafür sollte aber die Option “Laufwerk für schnelle... usw.” eines haben und bestätigen alles mit “Ok”. Das kann einige Zeit in Anspruch nehmen und wir  dürfen nicht ungeduldig werden.

Hat die Müllentsorgung von XP richtig funktioniert, öffnen wir wieder den Arbeitsplatz, klicken mit der rechten Maustaste auf die Festplatte und wählen Eigenschaften. Jetzt müßte die Tortengrafik ein wenig anders aussehen. Der freie Platz hat sichtbar zugenommen. Ein Klick auf die Reiterseite “Extras” bringt uns nun zur eigentlichen Defragmentierung und wir klicken auf den Button “Jetzt defragmenieren”. Leider ist die Grafik dieses Tools  nicht besonders aussagefähig. Es wird über ein einfaches und verständliches Menü zur Arbeit bewegt.

Bemerkt werden muß noch bei diesen Vorgang, das Windows jetzt alle Dateien, die länger als zwei Monate nicht benutzt wurden, selbstständig komprimiert. Dabei werden die Prefetching-Dateien ausgewertet. Einen Einfluß auf die spätere Geschwindigkeit dürfte das kaum haben, aber das Platzangebot erhöht sich nochmals um ein paar hundert KByte. Weiterhin wird aus den Angaben, welche der Defragmentierer aus diesen Dateien gewinnt, eine neue Anordnung der ausführbaren Dateien und Treiber auf der Festplatte festgelegt. Diese Neuanordnung beschleunigt das Startverhalten des Systems und der Programme.

Empfehlungen in Bunten Blättern und Tweaker zwecks Löschung dieser Dateien sind schlichtweg und ergreifend Schwachsinn. Denn erstens legt Windows diese Dateien eh wieder an und zweitens wird ledeglich eine kleine Zeitersparnis während Defragmentation messbar. Eine Beschleunigung des Systems konnte dadurch nicht gemessen werden. Wichtig ist, das zur optimalen Defragmentierung der HD die hier aufgezeigte Reihenfolge eingehalten und das dies regelmäßig durchgeführt wird.

Tip:
Wer die Gelegenheit hat oder im Besitz der O&O Defrag 2000 Freeware Edition von O&O Software GmbH ist: Dieses Tool kann den Defragmentierer von Windows XP vollständig ersetzen. Trotz seiner Einfachheit ist er um ein Vielfaches aussagekräftiger und etwas schneller als das Teil von MS, besser aber keinsfalls. Es wurde in der Mitte des Jahres 2000 auf vielen Zeitungs-CD’s veröffentlicht.

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