Gründung eines Jugendclubs geglückt

Im vergangenen Jahr 2004 fand auch in Orsingen-Nenzingen anlässlich der Wahlen zum Gemeinderat eine einer Schlammschacht ähnlicher Wahlkampf statt. Die CDU hatte sich das Thema auserkoren, für alle Jugendliche in Nenzingen eine Möglichkeit zu schaffen, miteinander zu kommunizieren und ihre Meinung auszutauschen. AnUndFürSich gar nicht mal so schlecht, dachte sich die Jugend des Dorfes und die Alten meinten, diese Leute nun endlich mal aus dem Gasthof “Zum Alten Schlawiner” heraus zu holen. Im Ergebnis der Wahlen war dann sogar ein Stimmenzuwachs der CDU gegenüber der unabhängigen Wählerschaft zu verzeichnen, der aber die Dominanz der “Unabhängigen” nicht gefährden konnte.

Nun hatten aber alle Beteiligten und Initiatoren völlig missachtet, daß es für die paar dutzend Einwohner im jugendlichen Alter allein schon in Nenzingen folgende Einrichtungen gibt:

  • das Sportlerheim FC Nenzingen
  • den Narrenverein “Moonfangers”
  • eine Dorfkapelle und Spielmannszug
  • einen Radfahrerverein
  • die Rebberghalle, (das Clubhaus aller Nenzinger Einwohner)

Einigen Wählern, so auch mir, war anfangs nicht ganz klar, wo dieses Haus kostengünstig entstehen könne und wer die Spendierhosen für das Grundstück an hat. Nun befindet sich aber mitten in unserem Dorf ein altes Schulhaus unmittelbar neben der Kirche. Als diese Grundstück im Frühjahr 2004 vom Unrat befreit und das erste Mal nach Jahren im ehemaligen Schulgarten die Unkrautsamenzuchtstation von ein paar Mitgliedern der Katholischen Kirchengemeinde beseitigt und eingeebnet wurde, haben sich alle Anlieger gefreut. Ich spendierte sogar ca. 35 junge Buchsbäume aus eigener Anzucht, um endlich mal eine grüne Grenze zwischen dem unserem und dem Nachbargrundstück zu schaffen. Wer sollte auch in ein paar Jahren den verrosteten Moschndrohtzoun ersetzen wollen.

Mit Erstaunen durchschauten viel zu spät die Anlieger dieses Grundstückes den Zweck der Beräumung und Säuberung. Die Bauarbeiten begannen während des Wahlkampfes und die jungen Leute packten tatkräftig zu. Letztlich war es ja ihr Club und nicht der vom Christlichen Seniorenverein. Die erste Feier fand dann auch gleich zu Anlass des Ersten Mai statt. 28 Stunden wurde ununterbrochen gefeiert. Jeder, egal welchen Alters, bekam auch was zu trinken, Hauptsache er oder sie konnten auch bezahlen. Selterwasser und Cola waren da wohl eher die Ausnahme. An den folgenden Wochenenden fanden dann regelmäßig Siegesfeiern unserer Dorfjugend und der Jugend aus den umliegenden Dörfern statt.

Unser Bürgermeister, als der Verantwortliche für die Ordnung und Sicherheit in der Gemeinde winkte uns während einer öffentlichen Gemeinderatssitzung ab und erklärte, das er mehrmals den Ort des Geschehens besichtigt habe und keinerlei Hinweise darauf finden konnte, das von diesem Grundstück eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit aus geht.

Zur Belustigung der Anwohner unterhielten sich einige Mal nachts die aus Stockach herbei gerufene Polizei, streng auf ihre eigene Sicherheit bedacht, von unserem Grundstück aus über den Zaun hinweg mit den jungen Leuten. Wenn die Polizisten bei Tageslicht gesehen hätten, in welchem Zustand der Zaun sich befindet, so hätten sie vermutlich auch das unterlassen.

Zu allem Überdruss wurde von der Dorfjugend auch eine offene Feuerstelle zum Grillen und zum Plauderstündchen eingerichtet. Völlig missachtend, des es im Umkreis von ca 1,5 km, aber außerhalb des Dorfes, mindesten 4 derartige Feuerstellen gibt. Nicht etwa, das wir etwas gegen Grillen haben. Wir tun das alle selbst sehr gern. Bloß machen wir es nicht nachts zwischen 2 und 4 Uhr, nicht mit einem derartigen Lärm und nicht mit nassen stinkenden Abrissholz, sondern in den Abendstunden in gemütlicher Runde und mit Holzkohle. Jeder von uns würde sich vermutlich schämen, wenn unsere Nachbarn, mit denen wir bisher immer gut ausgekommen sind, uns am nächsten Morgen vorhalten, sie hätten wegen fürchterlichen Qualm und Lärm bei offenen Schlafzimmerfenster nicht schlafen können.

Nun ist es ja auch so, das wir selbst uns gern in den Garten setzen und erholen möchten. Da ist es schon vorgekommen, das wir überhaupt kein Radio benutzen brauchten und sogar die Gefahr bestand, das wir unsere Rundfunkgebühren auf das Konto des Besitzers vom Nachbargrundstück überweisen müssen. Kinder aus den Anliegergrundstücken können regelmäßig beobachten, wie die jungen Männer in einer als öffentlicher Pissoir umfunktionierten Dachrinne, uriniert haben. An der Stelle, an welcher der Urin abläuft, wuchs im vergangenen Jahr nicht einmal mehr Unkraut und es stankt fürchterlich. Zu allem Überdruss konnten wir auch beobachten, das die Damen der Gesellschaft gegenüber in einer anderen Ecke des Grundstückes zwischen Brennesseln ihr Hauptgeschäft verrichten. In zwei Meter Entfernung befindet sich eine Sitzecke der Bewohner eines anderen Grundstückes.

Das legendäre Clochemerle  dürfte ein billiger Abklatsch dessen sein, was sich hier abspielt. In Clochemerle wurde auch so ein kleines Gasthaus für die Bewohner des Dorfes der Provence zu Beginn des 20. Jahrhunderts eröffnet. Nur hat sich der Bürgermeister dieses Dorfes wenigstens bemüht, die hygienischen Verhältnisse zu verbessern. Unser meint jedoch, das es in jedem Dorf an jeder Ecke irgendwie stinken würde.
Wie war, wie war - zumindest in dem unseren.

Ihr könnt lesen, das die Anfänge dieser Geschichte älter als ein Jahr sind und ich habe mich bisher gescheut, darüber in der Öffentlichkeit ein Wort zu verlieren. Nun ist es aber so, das wieder eine Maifeier stattgefunden hat und für uns Anlieger die Gefahr besteht, wieder mit diesem Lärm und diesem Qualm ein ganzes Jahr leben zu müssen. In diesem Zusammenhang möchte ich euch nun bitten, mich zu ergänzen, falls ich jemanden vergessen, der unbedingt von dem Inhalt der nachfolgenden Galerie informiert werden muss. Also in Kenntnis gesetzt müssen werden:

  • Der Bürgermeister, als das zuständige Ortsamt
  • Das zuständige Polizeirevier in Stockach
  • Landratsamt Konstanz - Gesundheitsamt
  • Landratsamt Konstanz - Jugendamt
  • Staatsanwaltschaft Konstanz
  • Drogenberatung Konstanz
  • EnBW Energie Baden-Württemberg
  • Gebühreneinzugszentrale Köln (GEZ)
  • Bezirksschornsteinfeger
  • Bistum Freiburg

Bitte schreibt mir, falls ich noch jemand vergessen habe

Ansichten der Nenzinger Besenwirtschaft am 30.04.05

Besenwirtschaft in Hochform. Selbst ein Stromanschluß ist vorhanden

Diese Wirtschaft hat selbstverständlich auch einen richtigen Namen.

Der öffentliche Pissoir, in Clochmerle wäre man stolz auf ein solches Örtchen gewesen

Das sind unsere Wohngebäude..

Alle anderen angrenzenden Wohngrundstücke im unmittelbaren Umfeld

In der Nacht vom 30.04. zum 01.05.2005 gegen 02.00 Uhr klang es in unserem Schlafzimmer so, wie ihr es gerage hören könnt.

Der Morgen des 01.05.2005

Idylle nach durchzechter Nacht

Gewagter Blick durch das Fenster, nur eine einzige Flasche Alkoholfrei im Vordergrund der Bar

Auf diesem Grundstück spielen und im Haus schlafen ein paar kleine Kinder aus der Nachbarschaft.

Die Überreste einer Rückwärtsmalzeit

Gut, man könnte jetzt sagen, ich habe doch gar nichts in diesem Garten zu suchen. Es ist immerhin ein fremdes Grundstück. Das ist aber, wenn ich die von mir gepflanzen Buchsbäume pflegen will, nicht anders zu machen. Immerhin handelt es sich derzeit um einen Wert von ca 150 € und dieser steigt von Jahr zu Jahr. Weder der Besitzer noch die Nutzer dieses Grundstückes haben diese Veränderung überhaupt zur Kenntnis genommen. Ich bereuhe dies gemacht zu haben. Ich tat es nur, weil Mitglieder der Katholischen Gemeinde jedes Jahr zu Beginn der Adventszeit den in meinem Garten sich befindlichen und auf manchen Bildern teilweise sichtbaren Buchsbaum verschnitten haben.

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