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Bürgerentscheid
Orsingen-Nenzingen02

Nachdem am 12. Juni 2007 der Gemeinderat der Doppelgemeinde Orsingen-Nenzingen den Beschluss fasste, in Orsingen ein Camping-Resort zu errichten, wurden in den Sommermonaten immer mehr Stimmen laut, welche diesem Beschluss ernsthaft widersprachen.

Die Bedenken betreffen:
1. die Verunstaltung der Landschaft,
2. Absenkung des Grundwasserspiegel auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen durch intensive Nutzung eines eigenen Brunnens und Kostenverlagerung für das Abwasser auf die Einwohner.
3. Unzugänglichkeit des Freibades durch die Einwohner der Doppelgemeinde
4. Erhöhung des Eintrittsgeldes zum Freibad durch neuen Betreiber
5. übermäßiges Verkehrsaufkommen auf ungeeigneten Straßen und Zugangswegen (Ortsverbindungsstraßen mit 5m Fahrbahn, LKW-Verkehr ist nur für Anlieger zulässig)
6. kaum Einkaufs- und Versorgungsmöglichkeit der Camper
7. nur die Neuschaffung saisonbedingter Arbeitsplätze
8. zudem noch eine Abhängigkeit von der Witterung
9. mäßige Auslastung vorhandener Campingplätze in der unmittelbaren Umgebung und exponierten Lagen (Reichenau, Allensbach, Walwies, Überlingen, Wangen)
10. Das geplante Ressort befindet sich in unmittelbarer Nähe einer vorhandenen Abdeckerei

Der Wahlzettel zum Bürgerentscheid enthält zu allem Überdruss für den flüchtigen Betrachter eine sehr hässliche Falle:

Um richtig abzustimmen, muss man unbedingt die Fragestellung beachten. Es wird nicht gefragt ob der Einwohner diesen Campingplatz haben will oder nicht. Damit wird automatisch mit JA oder NEIN geantwortet, sondern es wird viel mehr gefragt:

“Sollen der Bau einer Freizeitanlage entgegen des Gemeinderatsbeschlusses vom 12.06.07 unterbleiben und weder das Freibad noch die dazu gehörenden Flächen verkauft werden?”

Genau diese Frage muss mit JA oder NEIN beantwortet werden. Jetzt ergibt sich auch für die Plakate der Bürgerinitiative ein Sinn, auf denen steht: Ja zum Nein.

Wird die Frage von 25% der Wahlberechtigten mit “JA” beantwortet, gilt der Beschluss als gekippt. Von den 2.356 wahlberechtigten Einwohnern der Doppelgemeinde, müssen sich also mehr als 589 Wähler gegen den Beschluss aussprechen. Da zuvor mehr 10% der wahlberechtigten Orsinger Bürger ohne große Mühe der Initiatoren das Begehren unterzeichneten, steht der Ausgang des Entscheides kaum in Frage.

Ich werde nach Bekanntgabe des Ergebnisses nochmals berichten.

Heute ist Dienstag, der 02.10.2007 und Orsingen-Nenzingen hat am vergangenen Sonntag sein Votum abgegeben. Wir wurden also gefragt: Sind wir dafür, das wir dagegen sind. Heiliger Binary, ihr habt richtig gelesen. So einfach können Fragen gestellt werden. Aber darüber schrieb ich ja schon.

Also heute nach knapp zwei Tagen wurde das erste vorläufige Stimmergebnis bekannt gegeben. Auf der offiziellen Homepage der Gemeinde Orsingen-Nenzingen steht, das es eine .PDF sei. Erstaunt war ich jedoch, das statt dessen das Spreadsheet einer Exceltabelle bei mir an kam. Na gut, es stand was drin, trotzdem ist jetzt jeder Bürger unserer schönen Doppelgemeinde in der Lage, sein persönliches Wahlergebnis dort einzutragen. Toll.

Nun behauptet bitte nicht das dies eine Behauptung ist oder nicht wahr sein kann. Hier ist der Beweis für meine Behauptung. Dieses Dokument ist echt! Ich habe den Inhalt nicht verändert. Da aber Exceltabellen bekannt dafür sind, das sie Scripte enthalten, welche euch nicht immer wohl gesonnen sind und nur das Beste wollen, habe ich mir erlaubt und um eueren Scanner auch noch eine Chance zu geben, diese Tabelle in ein Ziparchiv zu verpacken. Diese 5 Sekunden hatte ich auch noch.

Nun habe ich mich gefragt, wie kompliziert wohl nun die Umwandlung eines Spreadsheet in eine PDF ist. Ich besitze aus Gründen meiner sehr unvollkommenen Wohlhabenheit kein Excel und so begnüge mich mit dem kostenlosen OpenOffice.org. Diese einfache Tabelle wurde problemlos wiedergegeben. Also ging ich ins Menü und suchte den Menüpunkt, in welchem der Export nach PDF ermöglicht wird. Ihr werdet es nicht glauben, höchstens weitere 5 Sekunden wurden dazu gebraucht. Das Ergebnis meiner langwierigen und umfassenden Bemühungen findet ihr hier.

Um es kurz zu machen:
Die Orsinger und Nenzinger entschieden sich auf Grund der Einflussnahme von Sportverein, paar Gastwirten, der beiden Kanzeln und des Rathauses für den Bau eines Campingressorts für jährlich 25.000 Übernachtungen gleich gegenüber der Abdeckererei des Zweckverbandes PROTEC. Was das ist, kann nur einer nachvollziehen, der schon mal zu einem solchen Haus Kontakt pflegte. Die Örtlichkeiten könnt ihr euch hier ansehen. Ich möchte darum auch meine Page nutzen, um für dieses Projekt zu werben. Die vorhandenen Produktionshallen von PROTEC befinden sich am geplanten Kreisverkehr in entgegengesetzter Richtung des ebenfalls geplanten Supermarktes. Keiner soll sagen, das der Hinterwäldler euch dumm lässt.

Camping O-N

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